Einladung: p2d2, Public-Public Data-DNA, kennenlernen

Hallo zusammen,

Ich bin Initiator des Open Source Projektes p2d2, Public-Public Data-DNA, das die offenen Fachverwaltungsdaten mit den Daten der Öffentlichkeit verzahnt und möchte hier zur Diskussion über das Projekt einladen.

Das Projekt wird aktuell von der Stadt Köln unterstützt (https: meinungfuer.koeln/node/18956 ) und am Beispiel der Friedhofsdigitalisierung arbeite ich an der Umsetzung. Es ist auf OpenCode und im Web verfügbar:

Alleinstellungsmerkmale

Das Projekt unterscheidet sich von anderen OpenData-Projekten darin, dass es

  1. Nachfragenden (thematisch interessierte Bürger:innen) aktuelle, offene Daten aus dem jeweiligen kommunalen Fachverfahren bereitstellt,
  2. einen Rückkanal in die Verwaltung schafft, der eine niedrig-schwellige Übernahme von Änderungsvorschlägen der öffentlichen Daten (z.B. aus der OSM) sowie
  3. eine qualitätsgesicherte Aktualisierung der OSM-Daten mit Verwaltungsdaten ermöglicht.

Ziele

Ziel ist es, dass am Ende zwei autonome, aber synchrone Datentöpfe entstehen.

Bildliche Darstellung

Auf der Dokumentationsseite (s.o) wird das durch das DNA-Modell verdeutlicht: Ein Strang der DNA stellt die Daten „Offene Daten der Verwaltungen“ (orange) und der andere Strang der DNA „Öffentliche Daten“ (grün) dar, die mit einander auf der Ebene der einzelnen Objekte synchronisiert (biologisch: hybridisiert) sind.

Öffentliche Datentöpfe

Als Datentopf der Öffentlichkeit wird immer die OpenStreetMap genannt. Für Daten ohne Geo-Bezug kommen aber auch andere Daten-Almenden wie WikiData in Frage. Geodaten haben aber den Vorteil, dass sie anschaulich auf Karten dargestellt werden können und das p2d2-Prinzip dadurch sehr anschaulich wird.

Kommunale Datentöpfe

„Kommunale Datentöpfe“ sind die Fachverfahren innerhalb der Verwaltungen - deren Backend-Datenbanken -, aus denen die offenen Daten periodisch wiederkehrend und Script-gesteuert über ein passendes OpenData-Portal (Kommune, Land, Bund) bereit gestellt werden, so dass sie von p2d2 übernommen, prozessiert und in eine Daten-Almende wie OSM übertragen werden können. Ziel ist dabei, dass sich p2d2 auf Dauer selbst überflüssig macht und der Prozess automatisch und beidseitig qualitätsgesichert zwischen Kommune und Almende abläuft.

Nutzen

Dadurch, dass die OSM Verwaltungsdaten enthält, ergeben sich aus meiner Sicht Vorteile für alle Beteiligten:

  1. Die OSM bekommt lokal/kommunal vollständige Daten einer Kategorie und ist nicht darauf angewiesen, dass viele Kategorien sehr unvollständig in der OSM gefunden werden können.
  2. Mit dem Bewusstsein, dass die Daten zu einem Thema offen, aktuell und zuverlässig in der OSM verfügbar sind, können Bürger:innen und Unternehmen auf diesen Daten aufbauen, neue Ideen zur Nutzung der Daten entwickeln, so dass ein Interesse entsteht, die Daten von mit zu pflegen.
  3. Mit dem Bewusstsein, dass die Daten zu einem Fachverfahren offen, aktuell und zuverlässig in der OSM verfügbar sind, kann eine kommunale Verwaltung interne und externe Prozesse niedrigschwelliger und Bürgernäher planen/durchführen oder auch Dienstleister bei Ausschreibungen auf diesen „Stand der Technik“ verweisen.

Mit Blick auf das Big Picture (s.o.) ist es nicht das Ziel von p2d2, sich dauerhaft zwischen Kommune und OSM zu positionieren. Vielmehr soll p2d2 Geburtshelfer werden, um diesen Synchronisationsprozess anzustoßen, der sich am Ende - getragen durch die o.g. Motive der Beteiligten - selbst erhält.

Ich möchte hier gerne zur Diskussion über das Projekt und dessen Entwicklung einladen. Ich suche nach Mitstreitenden, interessierten Kommunen und Unterstützung (organisatorisch & finanziell) für das Vorhaben.

Perspektivisch möchte ich es gerne mit anderen Projekten wie z.B. CIVITAS/CORE (u.U. als Bürgerbeteiligungs-Komponente) oder NextCloud/OpenDesk (einfache Datenübernahme aus GeoRSS-Feeds der Bürger:innen) kooperieren.


P.S.: Weil ich als „neuer Benutzer“ nur zwei Links einfügen darf, habe ich die anderen URLs so verändert, dass das System sie nicht mehr als URLs interpretiert. Sieht etwas komisch aus, sorry

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Hallo,
Ich finde das ist eine tolle Anwendung, allerdings glaube ich ist das mit der Anbindung an osm mitunter echt tückisch: Einfach weil die Daten aus der Verwaltung ggf nicht mit den aktuellen Verwaltungsgrenzen übereinstimmen, sondern mit den Verwaltungsgrenzen der Datenerhebung.
So kann es nach der Erhebung zu einer Eingemeindung oder anderen Form von Änderung von administrativen Grenzen kommen. Wir nennen das bei uns immer Gebietsstand zu denen ein Datensatz vorliegt. Den muss man im Auge behalten, vorallem wenn man dann daraus abgeleitete Werte wie Bushaltestellen pro Einwohner_in berechnen will müssen sowohl Bushaltestellen, sowie Einwohner_innen Zahl auf dem selben Gebietsstand vorliegen.
Aktuell veröffentlichen wir entsprechende Umstiegsschlüssel von Gebietsständen zueinander, das kann die Umrechnung und damit Vergleichbarkeit der Datensätze erleichtern, aber da isch auch osm immer ändert, ist das glaub ich eccht nicht leicht, weil wir uns in osm ja nicht auf einen einheitlichen Gebietsstand für ganz DE verlassen können.

Beste Grüße

Andromeda Berg


Open-Data Manager BBSR

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Danke für das Lob :grinning:

Ich fokussiere mich momentan auf die Erfassung und Synchronisation - vorwiegend auf kommunaler Ebene, wo die Daten „Hands on“ benötigt werden.

Meine hoffentlich nicht zu naive Vorstellung ist, dass eine Kommune z.B. ihre Friedhöfe, ihr „straßenbegleitendes Grün“, ihre Versickerungsanlagen, Spielsandkisten und Stadtmöbel innerhalb ihrer administrativen Grenze verwaltet (in OSM i.d.R. „admin_level=6“).

Bei Friedhöfen, mit denen ich den Prototypen aufbaue, ist es noch etwas besonderes, weil die 1. große Flächen und 2. i.d.R. noch in Grabflurstücke unterteilt sind, berücksichtigt werden müssen, wenn man die Grabinformationen aus der Fachanwendung bekommt.

Aber bei den anderen Kategorien wird man doch i.d.R. Punkt-, Linien- oder Flächenobjekte haben, die innerhalb einem obersten admin_level liegen. Die kommunale Fachanwendung hat im Backend (DB) den gesamten Bestand für den admin_level, für den die Kommune zuständig ist und spielt täglich/wöchentlich/monatlich per Python-, FME- oder Shell-Skript den Anteil freier(!) Daten aus der Fachanwendung ins OpenData. Dort werden sie von p2d2 übernommen, ggf. prozessiert, ggf. qualitätsgesichert (umap) und in in Abstimmung mit der lokalen OSM-Community in die OSM eingepflegt.

Wenn dann Änderungen an den Objekten innerhalb des admin_level stattfinden, wird die Verwaltung über die Änderung per GeoRSS informiert (hier fände ich eine OpenDesk-Integration sehr charmant …). Aus dem GeoRSS lässt sich für den/die MA erkennen, ob es Spam/Vandalismus oder eine valide Rückmeldung. Wenn das der Fall ist, pflegt er/sie die Daten in die Fachanwendung ein, womit der Datenbestand beidseitig synchron ist.

In gleicher Weise würde ich gerne auch mit städtischen Unternehmen (Energieversorger, Verkehrsbetriebe, …) verfahren.

Da das Gebiet Deutschlands und Europas von der Verwaltungsgliederung vermutlich vollständig erfasst ist, dürfte man so eine Synchronisation dann theoretisch für jeden Flecken Europas erreichen, oder?

Was Sie/Du (was ist hier üblich?) hier beschreiben, verstehe ich als ein Problem der Auswertung: Bei der Suche in Overpass-Turbeo nach Objekten in Kiel werden die Objekte nicht gefunden, die von Kronshagen verwaltet werden. Ist das die Frage?

Das wäre jetzt nicht mein primäres Problem. Ich könnte mir aber vorstellen, dass in dem Maße, in dem Kommunen bei der OSM (über p2d2) contributen, auch die Frage aufkommt, wie man eine bessere Sicht auf die Daten bekommt. Das könnte dann in Bezug auf die administrativen Gliederungen der OSM passieren (wenn z.B. Fehler erkennbar/spürbar werden), oder auch bei der Prozessierung der Daten durch p2d2: Attribute lassen sich dann ggf. vereinheitlichen/harmonisieren. Aber das dürfte ein (langer) Prozess werden.

Viele Grüße,
Peter König

Das ist jetzt vermutlich für dieses konkrete Vorhaben nicht relevant, aber die Annahme ist nicht korrekt! Es gibt mindestens zwei konkurrierende Meinungen zur Verwaltungsgliederung auf dem Bodensee. Und bei der in Deutschland vorherrschenden Meinung ist der Obersee außerhalb der Uferzonen gemeinschaftlich von Deutschland, Österreich und der Schweiz verwaltet, während die Schweiz eine Realteilung des Bodensee unterstellt. In Ermangelung eines entsprechenden Staatsvertrags ist hier keine klare Verwaltungsgliederung vorhanden.

Grundsätzlich aber ein spannendes Vorhaben. Die Verlinkung von Datenbeständen der öffentlichen Verwaltung mit offenen Datenbeständen aus „Crowd Sourcing“ birgt wahrscheinlich noch einiges Potenzial.

Oh, wunderbar, danke!

Theoretisch könnte p2d2 ja dabei helfen, solche Flecken gleichermaßen in den Verwaltungen (Fachverfahren) wie auch in der Öffentlichkeit (OSM) sichtbar zu machen und damit öffentlich anzuregen, die Probleme und mögliche Lösungen zu diskutieren.

Weil ich anfangs nur 2 URLs hinterlegen konnte, hier nochmal alle Links aus dem Original-Posting

Und zur Übersicht das Bild aus dem p2d2-Zyklus: