Interoperabilitätslevel in DCAT AP 3.0

Hallo,

in dcat-ap 3.0 werden zu jedem Metadatenfekd ein Interoperabilitäslevel angegeben.
Dieses beinhaltet die Werte „A“, „P“, „E“. Dies legt den Schluss nahe, dass es sich um die Art der Nachnutzung handelt. Aber so ganz expliziet hab ich das im Standard nicht gefunden.
Sind meine Annahmen diesbezüglich richtig?

Hallo Andromeda,

deine Vermutung trifft im Kern zu nur mit einer Verschiebung beim Bezugsobjekt: Gemeint ist die Nachnutzung von DCAT-AP durch das Profil DCAT-AP .de, nicht die Nachnutzung der beschriebenen Daten.

Die Legende steht im Abschnitt Nachnutzungsarten DCAT-AP .de übernimmt dort die von DCAT-AP SEMIC definierte Klassifikation:

  • A unverändert aus DCAT-AP übernommen, allenfalls übersetzt
  • E übernommen, aber mit eigenen Einschränkungen, zusätzlichen Verwendungshinweisen oder engeren Nutzungserwartungen
  • P profilspezifisch ergänzt, DCAT-AP hatte an der Stelle keine Vorgabe typischerweise alles unter `dcatde:

Wortgleich nachlesbar ist das in der SEMIC-Fassung, dort heißt die Spalte schlicht „Reuse" Abschnitt „Main Entities". Wichtig ist der Zusatz dort: Die Einstufung gilt immer gegenüber einer bestimmten DCAT-AP-Version und kann sich mit jeder neuen Version verschieben.

Praktisch ist das damit weniger eine Interoperabilitäts- als eine Migrations- und Risikoaussage:

  • A: geht ohne Mapping Richtung data.europa.eu durch
  • E: syntaktisch kompatibel, aber die deutsche Verschärfung kann beim Harvesting verloren gehen bzw. eingehende EU-Metadaten erfüllen sie nichtVorformatierter Text
  • P: braucht ein explizites Mapping, sonst fällt die Information beim EU-Austausch raus

Die Benennung finde ich allerdings unglücklich, und deine Rückfrage zeigt genau warum. „Interoperabilitätsebene/-level" ist im europäischen Sprachgebrauch anders belegt: EIF und ISO/IEC 19941 meinen damit rechtlich, organisatorisch, semantisch, technisch. Siehe das Interoperability-Kapitel im IDSA Rulebook. Was DCAT-AP.de auszeichnet, spielt sich vollständig innerhalb der semantischen Ebene ab. Es ist ein Nachnutzungsgrad des Profils, kein Interoperabilitätslevel.

Aus der Dataspace-Praxis kenne ich dasselbe Muster: Das Dataspace Protocol baut sein Catalog Protocol auf DCAT und ODRL auf und ergänzt eigene dspace-Terme. Ob zwei Konnektoren ohne Mapping zusammenspielen, hängt exakt an dieser Unterscheidung unverändert, eingeschränkt, eigen.

Unterschied: Dort wird sie über eine Conformance-Prüfung verbindlich getestet. Das Pendant für DCAT-AP.de ist der SHACL-Validator, mit dem sich die E- und P-Fälle konkret nachweisen lassen.

Liebe Grüße
Matthias

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Hallo,
Vielen Dank für die Ausführliche Erklärung. Ja das Wörding könnte echt besser sein.

Liebe Grüße

Andromeda

Genauer gesagt fällt die Information nicht raus. Data Europa kann mir der Information nur nichts anfangen und z.B. nicht für die Darstellung im Portal interpretieren. Auf RDF Ebene sind die Informationen aber durchaus vorhanden, so kann ich z.B. auf der SPARQL Suche von Data Europa nach Regionalschlüsseln suchen:
https://data.europa.eu/data/sparql?locale=en#query=PREFIX%20dcat%3A%20<http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2Fns%2Fdcat%23> PREFIX%20dcatde%3A%20<http%3A%2F%2Fdcat-ap.de%2Fdef%2Fdcatde%2F> SELECT%20%3Fd%20WHERE%20 {%20 %20%20%3Fd%20a%20dcat%3ADataset%20. %20%20%3Fd%20dcatde%3ApoliticalGeocodingURI%20<http%3A%2F%2Fdcat-ap.de%2Fdef%2FpoliticalGeocoding%2FregionalKey%2F083110000000> }%20LIMIT%2010&endpoint=https%3A%2F%2Fdata.europa.eu%2Fsparql&requestMethod=POST&tabTitle=Query&headers={}&contentTypeConstruct=application%2Fn-triples%2C*%2F*%3Bq%3D0.9&contentTypeSelect=application%2Fsparql-results%2Bjson%2C*%2F*%3Bq%3D0.9&locale=en&outputFormat=table

Gibt zum Beispiel die Datensätze mit dem Regionalschlüssel für Freiburg im Breisgau zurück.

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