Low-Code-Lösungen und Wiederverwendbarkeit

Hallo liebe Community,

habt ihr schon Erfahrungen damit, ob und wie man Low-Code-Module wiederverwendbar/nachnutzbar gestalten kann? Habt ihr schon wenn auch nicht FOSS-lizensierte, zumindest quelloffene Projekte, die eine Low-Code-Lösung benutzen? [1]

Ich bin noch recht neu in dem konkreten Thema, und mich interessieren in erster Linie konkrete Erfahrungen, nicht „diese und jene Software behauptet, dass ihre yaml/xml-Dateien versionierbar sind“.

Mittelfristig suche ich auch den Austausch zum Thema „Gemeinsame/standardisierte Best Practices bei der Fachverfahrensumsetzung mit Low-Code-Lösungen“, aber das gern ein andermal :slight_smile:

Grüße!
Jennifer

[1] Disclaimer und Motivation: Meine persönliche Meinung ist, dass „Public Money → Public Code“ der politisch richtige und einzig effiziente Weg ist, ich begegne aber oft Vorbehalten zB mit gefühlten oder tatsächlichen Sicherheitsbedenken. Ich halte es allerdings für den ersten notwendigen Schritt, solche Vorbehalte auszuräumen, dass „wir“ technikaffine Personen Nachnutzung und Veröffentlichung technisch soweit es geht vorbereiten und möglichmachen.

1 „Gefällt mir“

Hi @oc000083965778,

verstehe ich Dich richtig: die Artefakte, die im idealen Fall aus der Low-Code Lösung herausfallen, sollen in einem git Repo landen, damit andere Menschen sie „nachnutzen“ können?
Cheers
Sebastian

Im Grunde schon: Mein bisheriges Verständnis ist, dass Low-Code-„Plattformen“/Lösungen im Grunde IDEs sind: Im Hintergrund wird Code in einer „normalen“ Programmiersprache erzeugt, der dann ausgeführt wird, und die Low-Code-„Blöcke“ sind vordefinierte Programmschnipsel. Also eine grafische Programmiersprache wie Scratch, LabView oder die Roboterprogrammiersprachen von den Lego-Mindstorms-Robotern. Bei UiPath kann man wenn ich es richtig in Erinnerung habe, auswählen, ob man eigene Blöcke/Erweiterungen in C# oder VB schreibt.

Soweit ich das sehe, kriegt man bei OutSystems zumindest auch den generierten Code „einfach so“, wodurch man ihn auch nutzen kann, wenn man die Oberfläche nicht mehr lizensiert hat; und theoretisch auch anpassen könnte; aber dann muss man sich halt mit generiertem Code rumschlagen.

Bei anderen LC-Lösungen kann man wohl den „Activity Flow“, also die Anordnung der Blöcke, als xml exportieren. Das bringt mir nun nicht so viel, wenn ich meinen Code danach in eine andere LC-Lösung (ich würde sie LC-IDE nennen) mitnehmen will. Das heißt, wenn ich für eine Kommune etwas in LC-Lösung A umsetze, ist es für die zweite Kommune mit LC-Lösung B nicht nachnutzbar[1]. Das ist doch doof.

Vielleicht übersehe ich hier aber auch irgendwo was. Deshalb meine Frage an die Runde :slight_smile:

[1] Gut, die Vorarbeit könnte nachnutzbar sein: Prozessdiagramm, Zusammenstellung von Informationen über mögliche Schnittstellen etc.

In Niedersachsen ist zum Beispiel über das Land die LowCode-Lösung Oracle APEX lizensiert. Siehe hier, https://www.landtag-niedersachsen.de/drucksachen/drucksachen_19_07500/07001-07500/19-07118.pdf , nach Apex suchen. Das bringt für die Nachnutzbarkeit in Kommunen was, aber nur in Niedersachsen und man ist wieder an APEX gebunden.
Wir testen auch grad wild rum. Eine Lösung die wir getestet haben hat C#-Code erzeugt, den könnte man nachnutzen, aber mit den von Dir genannten Problemen, die generierter Code nunmal hat. Da war das UI der Entwicklungsumgebung auch nicht gut.
Wir haben noch eine andere Closed-Source-Lösung im Test, aber da ist man auch wieder an den Anbieter gefesselt, wenn man sich dafür entscheidet.

Ich hätte auch super gern ein interoperables Definitionsformat für Low-Code-Oberflächen, das ich bei A exportiere und in B importiere, wenn ich von A zu B wechseln will.

1 „Gefällt mir“